Bibliothek des Bundesgerichtshofs - Gesetzesmaterialien - Übersichtsseite (Letzte Bearb.: 09.05.2005)

 

Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Verletzten im Strafverfahren

 

(Opferrechtsreformgesetz – OpferRRG)

 

- vom 24.06.2004, BGBl I, Nr. 31, S.1354  -

 

 

Aus dem Gesetzentwurf:

Für die Opfer kann die Durchführung eines Strafverfahrens eine große Belastung sein. Aufgabe eines sozialen Rechtsstaates ist es nicht allein, darauf zu achten, dass die Straftat aufgeklärt und Schuld oder Unschuld des Beschuldigten in einem rechtsstaatlichen Verfahren festgestellt, sondern auch, dass die Belange des Opfers gewahrt werden. Die Reform verfolgt daher das Ziel, im Strafverfahren die Interessen der Opfer noch stärker zu berücksichtigen. Diese Reform setzt damit die mit dem Ersten Gesetz zur Verbesserung der Stellung des Verletzten im Strafverfahren (Opferschutzgesetz) vom 18. Dezember 1986 begonnene Gesetzgebung zur Verbesserung der Rechte des Verletzten fort, mit der die Abkehr von einer Betrachtungsweise erfolgte, die im Opfer vornehmlich seine Stellung als Zeuge und damit letztlich als Beweismittel sah. Zugleich nimmt die Reform für Deutschland Impulse auf, die der Rahmenbeschluss der Europäischen Union über die Stellung des Opfers im Strafverfahren vom 15. März 2001 für die nationale Gesetzgebung entwickelt.

 

 

Gesetzentwurf der Bundesregierung (Stand: 17. Oktober 2003) mit Begründung

 

Schwerpunkte des Gesetzentwurfs

 

Aus: DIP - Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentarische Vorgänge

Titel: Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Verletzten im Strafverfahren (Opferrechtsreformgesetz – OpferRRG) (C069)

 

Initiative: Regierungsvorlage

 

Zustimmungsbedürftig: Nein

 

Bezug: Siehe auch Gesetz zur Stärkung der Rechte der Opfer im Strafprozess (C029) und Gesetz zur Änderung der §§ 121, 122 StPO und weiterer Vorschriften (C047)
Der Gesetzentwurf ist textidentisch mit dem Entwurf der Fraktionen der SPD und B90/GR auf BT Drs. 15/1976 Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Verletzten im Strafverfahren (Opferrechtsreformgesetz – OpferRG) (C066)

 

Europäische Impulse: Rahmenbeschluss der Europäischen Union vom 15. März 2001 über die Stellung des Opfers im Strafverfahren

 

Inhalt: Weitere Verbesserung für Opferrechte im Strafverfahren: Stärkung der Verfahrensrechte des Opfers durch Vermeidung mehrfacher Vernehmungen, Verbesserungen bei der Nebenklage und beim Opferanwalt, u.a. verbesserte Durchsetzbarkeit von Schadenersatzansprüchen, Stärkung des Adhäsionsverfahrens, verbesserte Information des Verletzten über seine Rechte und den Ablauf des Strafverfahrens; Änderungen und Ergänzungen in der Strafprozessordnung, im Gerichtsverfassungsgesetz, Gerichtskostengesetz, der Bundesgebührenordnung für Rechtsanwälte und im Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch.

Bei den Ländern können gewisse, jedoch nicht quantifizierbare Mehrausgaben durch Beiordnung von Anwälten entstehen, denen Einsparungen bei Zivilprozessen gegenüber stehen.

 

Änderungen aufgrund der Ausschussempfehlung:

U.a. Beibehaltung der Beleidigung als Anlass zur Nebenklage, Klarstellung betr. Zulässigkeit der sofortigen Beschwerde gegen Absehensentscheidungen und Unterrichtungsanspruch des Verletzten bei Vollzugslockerungen oder Freilassungen.

 

Änderungen durch das Vermittlungsverfahren:

Anwesenheitsrecht von Nebenklagebefugten in der Hauptverhandlung auch bei Ausschluss der Öffentlichkeit, Wegfall der vorgesehenen Regelung zum Rechts- und Kooperationsgespräch zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, Eingrenzung der Informationsrechte von Opfern, Durchsetzung von Schmerzensgeldansprüchen im Strafverfahren.

 

Ablauf des Vorgangs (BT = Bundestag; BR = Bundesrat):

 

BR - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 07.11.2003 Drucksache 829/03

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend), Ausschuss für Frauen und Jugend, Finanzausschuss, Innenausschuss

 

BR - 

Empfehlungen Rechtsausschuss (federführend); Ausschuss für Frauen und Jugend; Finanzausschuss; Innenausschuss 08.12.2003 Drucksache 829/1/03

Änderungsvorschläge

 

1. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 795 19.12.2003 S. 493D-494A, 511A-514D/Anl

protokollierte Rede:
Barbara Richstein, LMin Justiz u.Europaangel BB S.511 A-512B/Anl; Hans-Artur Bauckhage, Stellvertreter des Ministerpräsidenten, Staatsminister, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz S. 512B-C/Anl; Karin Schubert, Bürgermeister und Senator für Justiz Berlin S. 512D-513C/Anl; Brigitte Zypries, Bundesminister Bundesministerium der Justiz S. 513C-514D/Anl

Beschluss: S. 494A - Stellungnahme: u.a. Änderungsvorschläge - gemäß  Art. 76 Abs. 2 GG

 

BR - 

Stellungnahme Bundesrat 19.12.2003 Drucksache 829/03 (Beschluss)

 

BT - 

Gesetzentwurf Bundesregierung 18.02.2004 Drucksache 15/2536

Anlage: Stellungnahme Bundesrat und Gegenäußerung Bundesregierung

 

1. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/93 03.03.2004 S. 8275A-B

Beschluss: S. 8275B - Überweisung: Rechtsausschuss (federführend), Innenausschuss, Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

BT - 

Beschlussempfehlung und Bericht Rechtsausschuss 03.03.2004 Drucksache 15/2609

U.a. Beibehaltung der Beleidigung als Anlass zur Nebenklage, Klarstellung betr. Zulässigkeit der sofortigen Beschwerde gegen Absehensentscheidungen und Unterrichtungsanspruch des Verletzten bei Vollzugslockerungen oder Freilassungen

Berichterstatter:
Joachim Stünker, SPD, Rechtsausschuss; Siegfried Kauder (Bad Dürrheim), CDU/CSU, Rechtsausschuss; Irmingard Schewe-Gerigk, Bündnis 90/Die Grünen, Rechtsausschuss; Jörg van Essen, FDP, Rechtsausschuss

 

BT - 

Änderungsantrag Jörg van Essen, FDP; Dr. Wolfgang Gerhardt, FDP; FDP 04.03.2004 Drucksache 15/2615

 

2. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/94 04.03.2004 S. 8400A-8409C, 8465B-8466A/Anl

zusammenberaten mit anderen Beratungsgegenständen, vollständige Liste

  • s. Opferschutzgesetz BT Drucksache 15/814

Redner:
Brigitte Zypries, Bundesminister Bundesministerium der Justiz S. 8400C-8401C; Siegfried Kauder (Bad Dürrheim), CDU/CSU S. 8401C-8402C; Irmingard Schewe-Gerigk, Bündnis 90/Die Grünen S. 8402C-8404A; Jörg van Essen, FDP S.8404A-8405B; Joachim Stünker, SPD S.8405B-8406D; Michaela Noll, CDU/CSU S.8406 D-8408A; Daniela Raab, CDU/CSU S. 8408B-8409A

protokollierte Rede:
Petra Pau, fraktionslos S. 8465B-8466A/Anl

Beschluss: S. 8409C - Annahme Drucksache 15/2536 idF Drucksache 15/2609; Ablehnung Änderungsantrag Drucksache 15/2615

 

3. Beratung

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/94 04.03.2004 S. 8409C

Beschluss: S. 8409C - Annahme Drucksache 15/2536 idF Drucksache 15/2609

 

BR - 

Gesetzesbeschluss Deutscher Bundestag 12.03.2004 Drucksache 197/04

Zuweisung: Rechtsausschuss (federführend)

 

BR - 

Empfehlungen Rechtsausschuss (federführend) 23.03.2004 Drucksache 197/1/04

Anrufung des Vermittlungsausschusses; Anrufungsziel: Überarbeitung des Gesetzesbeschlusses Deutscher Bundestag

 

2. Durchgang

 

BR - 

Plenarprotokoll 798 02.04.2004 S. 137B-139A, 162B-C/Anl

Redner:
Karin Schubert, Bürgermeister und Senator für Justiz Berlin S.137B-138A; Barbara Richstein, LMin Justiz u.Europaangel BB S. 138A-D

protokollierte Rede:
Herbert Mertin, Staatsminister, Minister der Justiz Rheinland-Pfalz S. 162B-C/Anl

Beschluss: S. 139A - Anrufung des Vermittlungsausschusses - gemäß  Art. 77 Abs. 2 GG

 

BR - 

Anrufung des Vermittlungsausschusses Bundesrat 02.04.2004 Drucksache 197/04 (Beschluss)

 

BT - 

Unterrichtung Bundesrat 06.04.2004 Drucksache 15/2906

Anrufung des Vermittlungsausschusses durch den Bundesrat

 

BT - 

Beschlussempfehlung Vermittlungsausschuss 05.05.2004 Drucksache 15/3062

Anwesenheitsrecht von Nebenklagebefugten in der Hauptverhandlung auch bei Ausschluss der Öffentlichkeit, Wegfall der vorgesehenen Regelung zum Rechts- und Kooperationsgespräch zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, Eingrenzung der Informationsrechte von Opfern, Durchsetzung von Schmerzensgeldansprüchen im Strafverfahren

Berichterstatter:
Jörg van Essen, FDP, Vermittlungsausschuss

 

Vermittlungsverfahren

 

BT - 

Plenarprotokoll 15/108 06.05.2004 S. 9770D

Beschluss: S. 9770D - einstimmige Annahme Drucksache 15/3062

 

BR - 

Beschluss Deutscher Bundestag 06.05.2004 Drucksache 378/04

 

BR - 

Plenarprotokoll 799 14.05.2004 S. 180D-181B

Berichterstatter:
Dr. Thomas de Maiziere, Staatsminister der Justiz Sachsen, Vermittlungsausschuss S. 181A-B

Beschluss: S. 181B - kein Einspruch - gemäß  Art. 77 Abs. 3 GG

 

BR - 

Beschluss Bundesrat 14.05.2004 Drucksache 378/04 (Beschluss)

 

Bundesregierung - Gesetz vom 24.06.2004 -  Bundesgesetzblatt Teil I 2004 Nr.31 30.06.2004 S. 1354

 

Inkrafttreten:

01.09.2004

 

 

Außerparlamentarische Vorgänge:

Stellungnahme des Deutschen Anwaltvereins durch den Strafrechtsausschuss zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Rechte von Verletzten im Strafverfahren (Opferrechtsreformgesetz) Nr. 59/2003 vom September 2003

 

Stellungnahme des Deutschen Juristinnenbundes zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Rechte von Verletzten im Strafverfahren (Opferrechtsreformgesetz) vom 24.09.2003

 

Stellungnahme des Deutschen Richterbundes zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Rechte von Verletzten in Strafverfahren vom November 2003

 

Stellungnahme der Bundesrechtsanwaltskammer Nr. 7/2004 zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Rechte von Verletzten im Strafverfahren (Opferrechtsreformgesetz – BT-Drucks. 15/1976 und 15/2536) vom März 2004